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Fachtexte |
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I n h a l t s v e r z e i c h n i s Festansprache zur Sonderausstellung „Meisterwerke der Konditorenkunst“ Kleingebäcke „Plätzchen“ Klugheits- und Verhaltensregeln von 1870 Mispel Orgeade, Orgead Osterfreuden vom Konditor Petits fours Rote Karamel - Osterhasen Schwarzwälder Kirschtorte Vertrag zwischen Martin Weinkamer und Philipp Groß Wer die Holzmodel geschnitzt hat... Archiv Backformen Bäckerei Bildgebäcke Bonbons Breslau Caféhausgeschichte Conditor Conditorei Conditoreigeschichte Eisbomben Eisfiguren Eisformen Fachbücher Fondant Franken Früchtekonservierung Gefrorenes Gipsmodel Handwerksgerätschaften Handwerksgeschichte Holzmodel Kaffee Kitzingen Knickebein Konditor Konditorei Konditoreigeschichte Konditoren Krumeich Lebkuchen Lebküchner Lebzelter Marzipan Main Marzipanmodel Model Museen Museum Poganietz Rezeptbücher Schlesien Schokolade Schokoladeformen Schwefelformen Springerle Tafelaufsätze Unterfranken Volkskunde Votivgaben Wachsbilder Wachsbildnerei Wachsmodel Waffeleisen Zeitschriftenarchiv Zinnformen Zucker Conditoreimuseum Konditoreimuseum Zuckerbäckermuseum zuckerbäcker-museum Zuckerbäcker Zuckerbäckerei Walter Poganietz Conditorei-Museum Kitzingen |
Vertrag zwischen
Martin Weinkamer und Philipp Groß Vertrag
Dieser Contract wurde von beyden Theilen genehmigt, zwey gleichlautende Exemplare ausgestellt, und jedem betreffenden Theile eines davon eingehändigt. Kitzingen, den 22ten Juny 1839 Ph: Groß Zweyhundert Gulden rhn: unter Heutigen hiervon erhalten zu haben,
bescheinet hiermit Ph: Groß Ferner heute fünfzig Gulden rhn: richtig eben erhalten zu haben bescheint anmit Eigenhändig am 1ten Septbr. 1840 Ph: Groß Erläuterungen zum Lehrvertrag Philipp Groß / Martin Weinkamer, betr. dem Lehrling Ignaz Weinkamer, vom 22. Juni 1839. Von Walter Poganietz Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die beginnende industrielle Gewinnung von Zucker aus der heimischen Zuckerrübe zu einer dramatischen Verbilligung des ehedem sündteueren Süßstoffes führte, begann der unaufhaltsame Abstieg der Honigbäcker und der Aufstieg der Zuckerbäcker. Es war die Geburtsstunde der modernen Konditorei. Den traditionellen Honiggebäcken sagte man plötzlich nach, sie seien der Gesundheit abträglich und besonders für den Magen schlecht. Dagegen standen die nun erschwinglichen Zuckergebäcke in der Gunst der Bürger ganz oben. Viele Lebküchner passten sich den veränderten Verbraucherwünschen an, indem sie zusätzlich Zuckerbäckereien in ihr Sortiment aufnahmen. Die Söhne der alten Lebküchner erlernten meist das Konditorhandwerk. Diese Entwicklung vollzog sich auch im Hause Marktstrasse 26 in Kitzingen, in dem seit Anfang des 18. Jahrhunderts Lebküchner ihr Handwerk ausübten. Das Gebäude befindet sich seit 1892 im Besitz unserer Familie. In den Obergeschossen ist heute das Conditorei Museum untergebracht. Der erste Konditor in diesem Haus war Philipp Groß, dessen Vater noch Lebküchner war. Von diesem Philipp Groß hat sich ein Lehrzeugnis aus dem Jahre 1839 erhalten, das sich heute im Archiv der Familie Weinkamer in Salzburg befindet. Der Vertrag dokumentiert letztendlich auch den Übergang des Lebküchnerhandwerks zum Konditorhandwerk. Die Kaufmannsfamilie Weinkamer besaß am Markt in Kitzingen das Haus mit der barocken Fassade links neben der ehemaligen Lebküchnerei. Der Lehrling Ignaz Weinkamer, der eigentlich Buchdrucker werden sollte, ist nach erfolgreichem Abschluss seiner Lebküchner- / Wachszieher- / Konditorlehre im Alter von 17 Jahren auf Wanderschaft gegangen. Aus dem noch vorhandenen Wanderbuch wissen wir, dass seine Wandererlaubnis sich auf das Königreich Bayern und den k. und k. österreichischen Ländern erstreckte. Er kam in viele bayerische Städte und bis nach Prag und Wien. Im Jahre 1862 wurde er in Salzburg ansässig und machte sich gleichzeitig selbständig. Er wird aus dem königlich bayerischen Untertanenverband entlassen und nimmt die österreichische Staatsbürgerschaft an. Ignaz Weinkamer ist der Stammvater der bekannten Wachszieherei und Wachsbildnerei Weinkamer in Salzburg, die bis in unsere Zeit weit über die Grenzen Salzburgs bekannt geworden ist. Das Lieferprogramm im 19. Jahrhundert umfasste z. B. Glasstürze mit und ohne Postament, wächserne Jesuskinder in 14 verschiedenen Größen und ebenso Gloria Engel, Hände und Füße für Krippenfiguren, daneben auch verzierte Wachsstöcke und Kerzen. Vielerlei Wachsgalanteriewaren und Wachsobst zum Öffnen mit Überraschungseffekt rundeten das vielseitige Sortiment ab. Walter Poganietz |
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| Conditorei-Museum Kitzingen am Main |
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