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Petits fours
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die Konditoren
ihren Geschäften Kaffeestuben anzugliedern, die aber mit den großen
Kaffeehäusern nicht verwechselt werden dürfen. Letztere gab es schon
im 18. Jahrhundert. Sie waren reine Männerdomäne und hatten nicht
immer den besten Ruf. Die Damen der besseren Gesellschaft aber
veranstalteten zu Hause ihre Kaffeekränzchen oder trafen sich in den
bestens beleumundeten Kaffeestuben der vornehmen Konditoreien. Bei
diesen Plauderstündchen waren süße Dessertweine, wie z. B.
Tarragona, Insel Samos, en vogue, die man aus kleinen Gläschen
genoss. Im Sommer erfrischte man sich mit Limonade (Zitronengetränk)
oder Orgeade (Mandelmilch) aus eigener Herstellung des Konditors.
Nicht zu vergessen der Modecocktail „Knickebein“, den man aus ganz
besonderen Gläsern schlürfte. Zu diesen Getränken wurde meist ein
Teller mit feinem Kleingebäck serviert, das sich durch große
Vielfalt, kunstvolle Dekoration und hervorragende Qualität
auszeichnete. Man nannte diese Arrangements „Bunte Schüsseln“,
„Bunte Sachen“, aber noch lieber „Petits fours“ (kleine Stückchen).
Petits fours ist also ein Sammelbegriff „für kleines feines Gebäck
in der Art von Dessertstückchen, das eine bestimmte Größe nicht
übersteigen darf“ (Adolf Heckmann). Die Auswahl war fast unendlich.
Der damalige Konditormeister J. Heinrich Kufs in der
Schlosskonditorei zu Berlin, hat Anfang des 20. Jh. ein Fachbuch
über Petits fours Teegebäcke geschrieben, in dem nicht weniger als
160 verschiedene Sorten Petits fours vorgestellt werden. [1]
Walter Poganietz
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