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Rote Karamel -
Osterhasen
Bei diesen Zuckerfiguren handelte es sich um eine ursprünglich
regionale Spezialität, die hauptsächlich in Baden - Württemberg und
Bayern bis nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt gewesen ist. Die rot
oder gelb gefärbte einfache Zuckermasse wurde ohne Geschmackszusätze
mit Hilfe von Zinn- oder Gusseisenformen ausgegossen. Die Hasen
wurden weder bemalt noch in Stanniol verpackt, sondern höchstens mit
kleinen, farbigen Dragee - Eiern oder natürlichem Moos verziert.
„Karamellehasen solcher Art [1] wurden in Friedenszeit in riesigen
Mengen gebraucht, verkaufte doch oft das kleinste Geschäft mehrere
Zentner davon“, berichtet ein Konditorei - Fachbuch aus der Zeit vor
dem Ersten Weltkrieg. [2] Im Übrigen ist die Herstellung von Karamel
- Osterhasen in fast allen Fachbüchern aus dieser Zeit beschrieben.
[3] Bald schon hatte die Süßwaren - Industrie diese Spezialität
entdeckt und als Billigartikel in großen Mengen an
Kolonialwarengeschäfte, Bäckereien und Süßwarenläden verkauft. Sehr
zum Ärger der Konditoren. Eine letzte Blüte erlebte dieser Artikel
in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Walter Poganietz
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